Richtig bewerben in der Schweiz – Mit diesen drei Tipps hast du die besten Chancen

von Matteo
mann in anzug und krawatte der weiss wie er sich richtig bewerben muss

Du hast eine Stelle gefunden, die dich wirklich interessiert und möchtest dich richtig darauf bewerben? Du bist dir nicht ganz sicher wie du es genau angehen sollst, denn schliesslich ist die Konkurrenz gross und du willst dich mit einer perfekten Bewerbung vom Rest der Schweiz unterscheiden? Natürlich hängt es letztendlich von vielen Faktoren ab, ob du einen Job bekommst oder nicht. Gewisse Faktoren kannst du beeinflussen, andere nicht. Der erste Schritt ist aber immer eine perfekte Bewerbung abzuschicken mit dem Ziel, zum ersten Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Dies kannst du gut beeinflussen indem deine Bewerbung…

A) … in der korrekten Form und Struktur daherkommt (d.h. Lebenslauf, Motivationsschreiben, Zeugnisse).
B) … spezifisch auf deine Persönlichkeit und die Stelle zugeschnitten ist.
C) … kurz und prägnant ist, damit die wichtigsten Informationen schnell und einfach ersichtlich sind. 

Wenn du diese drei Punkte für den Aufbau deiner Bewerbung beachtest, hebst du dich bereits deutlich von den meisten anderen Kandidaten ab und deine Chancen zum ersten Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden steigen beträchtlich. Lass uns die drei Punkte nochmals etwas detaillierter durchgehen:

Das Video zu diesem Artikel auf unserem Youtube-Kanal «Karrierecoach Schweiz»

A) Die korrekte Form und Struktur der Bewerbung in der Schweiz – Lebenslauf, Motivationsschreiben, Zeugnisse

Deine Bewerbung sollte in der Schweiz unbedingt in der Form und Struktur so daherkommen, wie das die Personalverantwortlichen in den Unternehmen gerne sehen. Diese korrekte Struktur für eine Bewerbung ist: ein Lebenslauf (CV), ein Motivationsschreiben/Bewerbungsschreiben und eine Zusammenstellung relevanter Diplome, Zertifikate und Zeugnisse.

Der Lebenslauf: der Wichtigste Teil der Bewerbung in der Schweiz

Der Lebenslauf ist in der Schweiz der wichtigste Bestandteil der Bewerbung, den sich die Personalverantwortlichen immer als erstes anschauen. Auf dem Lebenslauf ist der bisherige berufliche Werdegang kompakt auf 1-2 Seiten zusammengefasst und soll helfen, sich über dich als Bewerber ein erstes Bild zu machen. Apropos Bild: ein gutes und professionelles Foto im Lebenslauf ist elementar, denn das wird als erstes angeschaut und ist somit der erste Eindruck von dir. Je nachdem wie du auf dem Foto wirkst, liest der Personalverantwortliche dann den Rest des Lebenslaufs unterschiedlich. Es lohnt sich, den Lebenslauf wirklich in gute Form zu bringen. In unserem Artikel «Lebenslauf für Bewerbungen in der Schweiz» findest du alle Informationen, um einen perfekten CV zu erstellen, sowie unsere «Lebenslauf Vorlage«.

Das Motivationsschreiben: Aufzeigen wieso du die richtige Person bist

Ein Motivationsschreiben (alternativ auch Anschreiben oder Bewerbungsschreiben genannt) ist zwar nicht immer zwingend, in der Schweiz jedoch gerne gesehen und eine gute Möglichkeit, sich von anderen Bewerbern abzuheben. Die Form ist etwas flexibler als beim Lebenslauf, sollte aber immer folgende Fragen beantworten: Wieso willst du für das Unternehmen arbeiten? Wieso gerade diese Branche? Was interessiert oder motiviert dich an der ausgeschriebenen Stelle? Wieso bist du der ideale Kandidat für die zu besetzende Stelle? In unserem Artikel «Anschreiben zur Bewerbung» findest du Tipps zum Verfassen eines Motivationsschreibens. Zusätzlich kannst du dich von unserem Muster Bewerbungsschreiben inspirieren lassen.

Der Anhang: Diplome, Zertifikate und Zeugnisse zur Abrundung des Dossiers

Schliesslich sind auch Diplome, Zertifikate und Zeugnisse Teil der Bewerbung. Diese ermöglichen es dem Personalverantwortlichen sich in dein Dossier zu vertiefen und dienen als Beleg der im Lebenslauf aufgeführten Leistungen. Vor allem Diplome (z.B. Lehrabschluss, Bachelor/Master Diplom etc.) und die Arbeitszeugnisse der letzten Stellen sollten dabei sein. Optional können auch Zeugnisse mit Noten oder Zertifikate (z.B. für Sprachzertifikate oder IT-Qualifikationen) beigelegt werden.

Versende die Bewerbungsunterlagen nur digital und komplett fehlerfrei

Heutzutage bewirbt man sich fast ausschliesslich auf digitalem Wege, da dies den Unternehmen eine effiziente Bearbeitung ermöglicht. Das heisst für dich, dass du auf Papierbewerbungen verzichten solltest. Die oben genannten drei Bestandteile der Bewerbung solltest du alle als separate Dokumente im PDF-Format abspeichern (Details dazu in unserem Artikel «Bewerbung als PDF zusammenfügen«), die nicht grösser als je 5MB sein sollten (z.B. Lebenslauf_Müller.pdf, Motivationsschreiben_Müller, Zeugnisse_Müller.pdf). Der Versand der Bewerbungsunterlagen erfolgt entweder per E-Mail an die im Stelleninserat angegebene E-Mail-Adresse oder über das Online-Bewerbungsportal des Unternehmens. Letzteres nutzen vor allem grössere Unternehmen und da wird man Schritt für Schritt durch den Prozess geführt, lädt die verschiedenen Dokumente hoch und kann dabei eigentlich wenig falsch machen. Bei der Bewerbung per E-Mail werden die relevanten Dokumente (Lebenslauf, Motivationsschreiben und Zeugnisse) im Anhang mitgeschickt. Im Betreff sollte Bewerbung + Stellenbezeichnung und evtl. Code stehen (also z.B. «Bewerbung Sachbearbeiter Debitoren S324») und der Text des E-Mails wird möglichst knapp gehalten und auf den Anhang verwiesen. Schreibe NICHT das ganze Motivationsschreiben im E-Mail nochmals. Die zuständige Person aber bitte dennoch mit Namen anschreiben und «Freundliche Grüsse» und deinen Namen am Schluss.

Selbstverständlich sind alle Dokumente fehlerfrei und in grammatikalisch korrekter Sprache geschrieben. Die Bewerbung sollte zudem in der gleichen Sprache verfasst sein, wie das Stelleninserat. Auch solltest du inhaltliche Fehler (z.B. falsche Adresse, falsche Namen etc.) unbedingt vermeiden. Hier findest du noch weitere Informationen zur Online-Bewerbung.

zwei männer sitzen am tisch für vorstellungsgespräch für job auf den sich der kandidat richtig bewerben musste

B) Auf deine Persönlichkeit und die Stelle beziehen

Verzichte auf Floskeln sondern schreibe was dich konkret an der Stelle motiviert

Wenn du dich auf eine Stelle bewirbst ist es wichtig, dass du authentisch wirkst und der Personalverantwortliche sieht, dass du dich mit dem Unternehmen und der Stelle auseinandergesetzt hast. Das heisst, verwende möglichst keine Floskeln im Bewerbungsschreiben, sondern schreib in deiner eigenen Sprache wieso dich die Stelle interessiert und du ein guter Kandidat bist. Wenn dir das schwer fällt, versuche dir vorzustellen, wie dich ein Freund oder eine Freundin beschreiben würde. Das Motivationsschreiben ist auch geeignet, um Fragen zu beantworten, die sich die Personalverantwortliche gestellt haben könnte, wenn sie sich vorher deinen Lebenslauf angeschaut hatte (z.B. wenn du dich in einer anderen Branche bewirbst oder nur 6 Monate in deinem letzten Job warst etc.). Denke daran, die Leute, die diese Bewerbungen anschauen, sind Menschen wie du und ich die sich ein Bild von dir machen wollen. Du versuchst keinen Computer zu überzeugen, der nach fixen Regeln eine Zu- oder Absage sendet. Soweit sind wir zum Glück noch nicht.

Passe deinen Lebenslauf für jede Stelle individuell an

Nebst dem Motivationsschreiben ist es auch wichtig, dass du deinen Lebenslauf für jede Bewerbung in der Schweiz individuell anpasst und je nach Stelle andere Dinge hervorhebst. Möglichkeiten sind unterschiedliche Bewerbungsfotos zu verwenden (z.B. mit Krawatte bei einer Bank, ohne Krawatte bei einem IT-Startup), verschiedene der vergangenen Tätigkeiten speziell hervorheben oder auch auf Hobbys eingehen, welche für die spezifische Stelle relevant sind.

mann mit brauner aktentasche aus leder der sich für seinen job richtig bewerben muss

C) Kurz und prägnant für schnelle Bearbeitung der Bewerbung

Versuche stets bei der Verfassung deiner Bewerbung dich in die Person hineinzuversetzen, welche diese dann liest. Sie hat sehr wenig Zeit, Berge von Bewerbungen und kennt keinen der Bewerber persönlich. Das heisst sämtliche Informationen welche diese Person über dich hat, sind in deinen Dokumenten enthalten. Im Durchschnitt nimmt sich ein Personalverantwortlicher lediglich 60 Sekunden Zeit, um den Lebenslauf anzuschauen und erst wenn dieser interessant genug erscheint, wird das Motivationsschreiben überhaupt gelesen. Deshalb musst du wirklich dafür sorgen, dass die wichtigsten Informationen, die du rüberbringen willst, auf einen Blick ersichtlich sind, ohne dass der Leser sich gross darum bemühen muss. Der Lebenslauf sollte nicht länger als zwei Seiten sein, das Motivationsschreiben maximal eine Seite. Denke stets daran: Ziel deiner Bewerbung ist aufzuzeigen, warum du ein Top-Kandidat oder eine Top-Kandidatin bist und dich das Unternehmen einstellen soll.

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