Bewerbungsfoto selber machen: Mit diesen Tipps klappt es auch Zuhause

von Matteo
Frau die mit Smartphone versucht das Bewerbungsfoto selber zu machen

Du willst dein Bewerbungsfoto selber machen? Ein gutes Foto von dir auf deinem Lebenslauf ist wichtig, da du mit einem freundlichen Gesichtsausdruck einen super ersten Eindruck hinterlassen kannst, und die Personalverantwortliche anschliessend deine Bewerbungsunterlagen mit einer positiveren Haltung durchschaut. Natürlich ist es immer empfehlenswert, einen professionellen Fotografen aufzusuchen (in unserem Artikel «Bewerbungsfoto Schweiz» findest du Tipps, wie du einen guten Fotografen findest und ein paar Empfehlungen). Dennoch gibt es manchmal Gründe dafür, das Bewerbungsfoto eben selber zu machen. Vielleicht kannst du dir keinen Fotografen leisten, es muss sehr schnell gehen oder du ziehst es einfach vor, dein Foto selber zu erstellen. Das ist auch in Ordnung, denn wenn du es richtig machst, kann sich dein selbst geschossenes Lebenslauf Foto durchaus sehen lassen und vielleicht sogar gleich gut werden, wie wenn es ein professioneller Fotografe geschossen hätte. Beachte dazu folgende Tipps:

Bewerbungsfoto selber machen: Achte auf professionelles Aussehen und passende Eigenschaften

Grundsätzlich solltest du auf deinem Bewerbungsfoto immer freundlich und entspannt aussehen. Es sollten vor allem dein Kopf, Hals und Schulterpartie ersichtlich sein (gilt für Männer und Frauen). Das Foto sollte auch zur Stelle und dem Unternehmen passen. Wenn du dich bei einer Grossbank bewirbst, ist ein Outfit mit Anzug und Krawatte sinnvoll, bei einer kleinen Firma, die Holz verarbeitet, würde das gleiche Foto jedoch eher negativ wahrgenommen werden. Unternehmen haben oft auf ihrer Website ein Porträt, auf dem auch Mitarbeiter abgebildet sind. Orientiere dich bei der Wahl der Outfits daran. Wenn du dir unsicher bist, denke daran, dass dir eher vergeben wird, wenn du zu schick aussiehst als umgekehrt, denn das zeigt doch eine gewisse Wertschätzung.

Lass jemand anderes schiessen und vermeide Selfies oder Selbstauslöser

Auch wenn wir in der Zeit der Selfies leben, sind diese für einen Lebenslauf nicht geeignet. Lass deswegen dein Foto von einer Freundin oder einem Familienmitglied schiessen. So bist du flexibler und das Foto wird professioneller aussehen. Zudem besitzen heute die meisten Leute ein Smartphone, das sehr schöne Fotos schiessen kann. Benutze dafür aber immer die Rückkamera, da diese meist deutlich besser ausgestattet ist, als die Front- oder Selfiekamera. Wenn du eine Spiegelreflex oder sonstige Systemkamera hast, kannst du statt dem Smartphone auch diese benutzen. Folgende Tipps gelten auch für diese Kameras.

Verwende einen neutralen Hintergrund aber kontrastreiche Outfits

Egal ob du dein Bewerbungsfoto drinnen oder draussen schiessen willst, der Hintergrund sollte neutral sein. Eine weisse Wand ist immer gut geeignet. Wenn du willst und über das entsprechende Equipment verfügst, sind auch Fotos mit verschwommenem Hintergrund («Bokeh-Effekt») gut geeignet. Meistens sind dafür jedoch eine Systemkamera und entsprechende Objektive nötig. Dein Outfit sollte jedoch immer einen Kontrast zum Hintergrund bilden. Wenn du zum Beispiel vor einer weissen Mauer stehst, sollte dein Hemd nicht genau die gleiche weisse Farbe wie die Mauer haben.

Mann mit Brille und grauen Haaren der Erfolg hatte mit Bewerbungsfoto selber machen

 

Dies ist ein gutes Beispiel: gleichmässige Ausleuchtung, neutraler Hintergrund, Kontrast zum Outfit

Mann im Anzug der Misserfolg hatte mit Bewerbungsfoto selber machen

 

Dies ist ein negatives Beispiel: keine gleichmässige Ausleuchtung, der Hintergrund ist zwar schön verschwommen, hat aber zu wenig Kontrast zum Outfit

Achte auf gleichmässige Ausleuchtung

Eine gute und gleichmässige Ausleuchtung ist das A und O eines guten Bewerbungsfotos. Gleichmässige Ausleuchtung heisst, dass dein Gesicht ganz beleuchtet ist und keine Schatten entstehen. Auch solltest du es vermeiden, dass einzelne Bereiche deines Gesichts (z.B. die Stirn) zu stark Licht reflektieren. Ein professioneller Fotografe trägt dafür etwas Puder auf deinem Gesicht auf und verfügt in seinem Fotostudio über diverse speziell ausgerichtete Lampen, die deinen Körper sauber und gleichmässig ausleuchten. Da du privat vermutlich nicht über eine solche Ausstattung verfügst, musst du dir anders behelfen: Wenn du drinnen fotografierst, achte darauf, dass du von natürlichem Licht (z.B. von einem Fenster aus) beleuchtet wirst. Das sieht meist besser aus als künstliches Licht, wobei du bei Bedarf aber auch mit einer Schreibtischlampe oder ähnlich aushelfen kannst. Wenn du draussen fotografierst, ist es empfehlenswert, dies eher im Schatten zu tun oder zumindest nicht direkt mit der Sonne im Hintergrund. Diese kann starke Schatten auf dein Gesicht werfen.

Beleuchtungsequipment für Fotostudio um Bewerbungsfoto selber zu machen

Nutze die Funktionen deines Smartphones: Autofokus, HDR und Portrait-Modus, aber nicht Zoom

Die heutigen Smartphone-Kameras sind so gut wie noch nie und verfügen über zahlreiche Funktionen, die dein Bewerbungsfoto viel besser aussehen lassen. Natürlich ist es abhängig von deinem Handy-Modell, was genau zur Verfügung steht. In der Schweiz besitzen jedoch die meisten Leute ein iPhone oder Samsung Galaxy und diese verfügen meistens über folgende Funktionen.

Autofokus

Die Autofokus-Funktion fokussiert einen bestimmten Bereich des Fotos und macht dort das Bild schärfer. Bei den meisten Smartphones kannst du in der Kamera-App einfach mit deinem Finger auf den zu fokussierenden Bereich tippen. Setze für das Bewerbungsfoto den Autofokus auf das Gesicht, damit dieses schärfer und detaillierter erscheint.

High Dynamic Range (HDR)

Wenn die HDR-Funktion («High Dynamic Range») aktiviert ist, schiesst dein Smartphone für jedes Foto, das du machst, automatisch in enorm schneller Kadenz mehrere Fotos mit verschiedenen Voreinstellungen und baut diese anschliessend zu einem einzigen Bild zusammen. Das alles passiert in Echtzeit in wenigen Millisekunden nachdem du auf «Foto schiessen» drückst. Für dich heisst das: bessere Farben, mehr Details und ein Foto mit insgesamt höherer Qualität. Wenn dein Smartphone über diese Funktion verfügt, solltest du sie für das Bewerbungsfoto aktivieren.

Portrait-Modus

Vor allem die etwas moderneren iPhones (ab dem 7 Plus) verfügen über eine Funktion, die sich «Portrait-Modus» nennt. In diesem Modus wird die Smartphone Kamera speziell für Portraits konfiguriert und stellt auch die Beleuchtungseinstellungen und Fokusse entsprechend ein. Ab der Generation des iPhone X und 8 Plus gibt es zudem die Funktion «Studio Light» innerhalb des Portrait-Modus, welche eine gleichmässige Ausleuchtung genau wie in einem Fotostudio mit Software simuliert (hier findest du mehr Informationen dazu). Bei Android-Smartphones gibt es teilweise ähnliche Funktionen. Diese solltest du ebenfalls für dein Bewerbungsfoto nutzen.

Digitaler Zoom NICHT nutzen

Die Zoom-Funktion der Smartphones wurde bei den meisten Marken in den letzten Jahren stark ausgebaut und verbessert. Oft findet jedoch kein optischer, sondern ein digitaler Zoom statt, der letztendlich die Auflösung deines Bewerbungsfotos reduziert und die Qualität verschlechtern kann. Nutze deshalb für das Bewerbungsfoto die Zoom-Funktion nicht, sondern gehe selbst ein paar Schritte näher. Wenn du das Foto verkleinern willst, kannst du das im Nachgang direkt auf deinem Smartphone zuschneiden.

Entspanne dich und schiesse Fotos in verschiedenen Outfits und Posen

Achte auch darauf, dass du dich beim Fotografieren wohl fühlst und nicht z.B. krank, völlig verkatert oder einfach gestresst bist. Empfehlenswert ist jeweils auch, Fotos in verschiedenen Outfits und Posen zu erstellen. Folgende Outfits sind ideal: ein elegantes Outfit (z.B. Anzug mit Krawatte), ein «Business Casual» Outfit (z.B. Hemd ohne Krawatte) und zusätzlich ein lockeres Outfit (z.B. Poloshirt). So bist du flexibel und hast für künftige Bewerbungen auf verschiedene Stellen ein passendes Foto, denn es ist wichtig, dass dein Bewerbungsfoto zum Auftreten der Organisation passt, bei der du dich bewirbst.

Schiesse darauf los und wähle danach die besten Fotos aus

Das Schöne an der digitalen Fotografie ist, dass du so viele Fotos schiessen kannst, wie du willst, ohne grosse Kosten zu verursachen. Schiesse deshalb einfach darauf los, probiere Outfits und Posen aus und wähle im Nachgang die geeigneten Fotos zur Nachbearbeitung aus. Bei einem Shooting können gerne 100-200 Fotos zusammenkommen und vermutlich wirst du nur ganz wenige davon brauchen können. Mach dir deswegen keine Sorgen, denn das ist normal und auch professionelle Fotografen arbeiten so.

Person die mit Canon Kamera Bewerbungsfoto selber machen will

Willst du dein Bewerbungsfoto noch immer selber machen?

Trotz all dieser Tipps und die Chance, dass ein selbst gemachtes Bewerbungsfoto sehr schön und professionell aussehen kann, empfehlen wir, wenn immer möglich, einen professionellen Fotografen aufzusuchen. In unserem Artikel «Bewerbungsfoto in der Schweiz» findest du alle Informationen, wie du einen guten Fotografen findest und ein paar Empfehlungen für grössere Schweizer Städte.

Haben dir diese Tipps geholfen? Lass es uns in den Kommentaren wissen und verrate uns deine Geheimnisse, um die besten Fotos mit dem Smartphone zu erstellen…

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